Warum ich meinen eigenen Bildstil entwickeln musste
-und was du daraus lernen kannst.
Es gab eine Zeit, da habe ich alles ausprobiert: Presets von anderen Fotografen, diverse YouTube-Tutorials und unzählige Bearbeitungstechniken.
Ich wollte, dass meine Bilder endlich so aussehen wie die der großen Namen in der Branche. Aber egal, was ich tat – irgendetwas hat sich nie richtig angefühlt.Ich hatte das Gefühl, meine Bilder wirken nie „meine“, sondern immer nur wie eine Mischung aus verschiedenen Trends und Stilen, die ich bei anderen gesehen hatte. Und das frustrierte mich.Doch unterbewusst hat mich die ganze Zeit mein Why geleitet: Ich wollte etwas Eigenes erschaffen. Es hat mich nie wirklich erfüllt, einfach nur einen Stil nachzuahmen. Ich spürte, dass mir dabei etwas fehlte – der persönliche Ausdruck, die Weiterentwicklung. Ich habe mich nie nur als Konsument von Techniken gesehen, sondern als jemanden, der sich bewusst weiterentwickelt und seinen eigenen Weg formt.
Wie Instagram mein Auge geprägt – und meine Kreativität gehemmt hat
Am Anfang war Fotografie für mich eine technische Herausforderung: Die perfekte Komposition, das richtige Licht, eine harmonische Bearbeitung. Aber je mehr ich mich in die Welt der Fotografie vertiefte, desto stärker wurde mein Blick von dem geprägt, was auf Plattformen wie Instagram „funktionierte“.Ich wollte, dass meine Bilder gut ankommen. Also versuchte ich, meinen Stil so zu formen, dass er den Erwartungen anderer entsprach. Ich ließ mich von großen Namen inspirieren, kaufte Presets und analysierte Farbpaletten, die gerade im Trend waren. Mein Ziel? Anerkennung und Sichtbarkeit.Doch genau das wurde irgendwann zum Problem. Ich habe mich selbst in einen gestalterischen Käfig gesperrt. Mein Fokus lag mehr darauf, was andere sehen wollen, als darauf, was ich wirklich machen möchte.
Der Wendepunkt: Warum ich meinen Stil hinterfragen musste
Ich hatte mir eine Auszeit von Instagram genommen – fast 5 Monate lang. Ich wollte mir bewusst die Zeit nehmen, meinen eigenen Stil zu finden, weil es mich so genervt hat, keine eigene Handschrift zu haben. Ich wollte endlich eine Bearbeitung entwickeln, die sich nach mir anfühlt – nicht nach Trends oder Erwartungen.In dieser Phase wurde ich plötzlich dazu inspiriert, einfach mal die Farben zu entsättigen – nur um zu sehen, was passiert. Ich reduzierte meine Bilder auf Schwarz-Weiß und begann dann, Farbe für Farbe gezielt hinzuzufügen. Ohne Ablenkung. Ohne Vorgaben. Nur nach meinem Gefühl.Und genau das war mein Durchbruch.Ich erkannte, dass Farben viel mehr sind als nur ein Stilmittel – sie sind ein bewusstes Gestaltungselement, das ich Schritt für Schritt kontrollieren kann.
Meine Methode: Warum ich von Schwarz-Weiß aus arbeite
Ich erkannte, dass das Bearbeiten in Schwarz-Weiß mir erlaubte, so zu bearbeiten, wie ich fühle, und meine Farben zu finden, die mir gefallen. Ohne die Ablenkung durch bereits vorhandene Farbtöne konnte ich mich voll und ganz auf Licht, Kontrast und Struktur konzentrieren. Erst nachdem ich diese Grundlagen perfektioniert hatte, fügte ich nach und nach die Farben hinzu – bewusst und gezielt.Diese Herangehensweise hat meine Bildbearbeitung komplett verändert. Ich wollte nicht mehr zufällig an den Reglern ziehen, sondern eine bewusste Reihenfolge haben, die jedes Bild auf die gleiche Weise aufbaut und optimiert.Ich bearbeite meine Bilder in Lightroom, weil es mir die volle Kontrolle über die Helligkeits- und Farbanpassungen gibt. Besonders mit Sony RAW-Dateien kann ich damit unglaublich flexibel arbeiten und meine eigene Farbwelt gezielt entwickeln. Auch bei meinen DJI-Drohnenbildern wende ich diese Methode an – so stelle ich sicher, dass meine Luftaufnahmen den gleichen Stil haben wie meine Bodenshots.Diese Methode half mir, Licht bewusster zu setzen, Kontraste klarer zu gestalten und meine Farbwelt gezielt aufzubauen.
Was du daraus mitnehmen kannst
Falls du dich jemals so gefühlt hast wie ich damals – dass deine Bearbeitung irgendwie „fremd“ wirkt oder nie ganz so aussieht, wie du es willst – dann liegt das vielleicht daran, dass du noch nach einem Stil suchst, anstatt ihn zu entwickeln.
Meine 3 wichtigsten Learnings:
✅ Hör auf, nach der perfekten Farbpalette zu suchen. Dein Stil entsteht aus bewussten Entscheidungen, nicht aus einem Preset.
✅ Bearbeite mehrere Bilder auf dieselbe Weise & erkenne Muster. Was wiederholt sich in deinen Einstellungen? Das ist dein Stil.
✅ Vertrau darauf, was sich für dich richtig anfühlt. Nicht Likes oder Algorithmen sollten dein Bild definieren – sondern du.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, habe ich meinen Workflow in einem Guide zusammengefasst. Dort zeige ich dir, wie du deinen eigenen Stil Schritt für Schritt entwickelst – fernab von Trends oder äußeren Erwartungen.